Gelehrter, Wissenschaftler, Gartenarchitekt, Ingenieur

Salomon de Caus (1576–1626) ist im Heidelberger Raum als Schöpfer des Hortus Palatinus (des Heidelberger Schlossgartens) bekannt. Doch darüber hinaus ist er zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Denn unter den Nachfolgern Leonardo da Vincis war er einer der herausragenden Ingenieure von europäischem Format. Er entwarf eine Vielzahl komplizierter Automatenkonstruktionen und präsentierte sie in prächtigen Schaubüchern der damaligen Öffentlichkeit. Als Antrieb für Pumpen und Springbrunnen nutzte er Phänomene wie Vakuum, Solarenergie aus Brennspiegeln und Wasserdampf. Diese Naturkräfte versuchte er auch theoretisch zu analysieren und zu verstehen.

Für den Hortus Palatinus programmierte er unter anderem "Tonträger", die auf Musikautomaten wie von magischer Hand erzeugte Melodien spielten – angetrieben durch ein gut verstecktes Wasserrad.

Zu Anfang des 17. Jahrhunderts stellte de Caus magisch-alchemistischen Strömungen einen englischen Empirismus à la Francis Bacon gegenüber: Das war für die Kurpfalz etwas ganz Neues.

Insbesondere nutzte de Caus das Experiment als zentrale Quelle fundierten Wissens. Der dreißigjährige Krieg verhinderte nicht nur die Fertigstellung des Hortus Palatinus; auch die Erfindungen von de Caus gerieten in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren gewinnt de Caus aufgrund seiner Vielseitigkeit und der von ihm hinterlassenen Werke in der Fachwelt zunehmendes Interesse.